Ratgeber
Anschreiben schreiben: Aufbau, DIN 5008 und Beispiele
So baust du ein Anschreiben für eine Bewerbung in Deutschland: Aufbau nach DIN 5008, Einleitung, Hauptteil, Schluss, Beispielsätze und typische Fehler.
Das Anschreiben ist der Teil der Bewerbung, in dem du erklärst, warum du diese Stelle willst und was du dafür mitbringst. Der Lebenslauf zeigt, was du getan hast; das Anschreiben verbindet es mit der Stelle. Hier steht der Aufbau, der in Deutschland, Österreich und der Schweiz erwartet wird, mit Beispielsätzen, die du auf deine Situation übertragen kannst.
Kurz gesagt: Eine Seite, drei oder vier kurze Absätze, nach DIN 5008 gesetzt. Einleitung mit Bezug zur Stelle, Hauptteil mit ein bis zwei konkreten Belegen, Schluss mit Starttermin und Gesprächswunsch.
Der Aufbau nach DIN 5008
Ein deutsches Anschreiben ist gestaltet wie ein Geschäftsbrief. DIN 5008 regelt die Anordnung; die Reihenfolge von oben nach unten ist:
- Absender: dein Name und deine Kontaktdaten, rechts oben oder als Briefkopf.
- Anschrift: Firma, Ansprechperson und Adresse, links, so gesetzt, dass sie in ein Fensterkuvert passt.
- Datum: rechtsbündig mit Ort, zum Beispiel „Berlin, 15. Oktober 2026“.
- Betreff: fett, ohne das Wort „Betreff“, mit der Stelle und, falls vorhanden, der Kennziffer.
- Anrede: „Sehr geehrte Frau Hoffmann,“ oder „Sehr geehrter Herr Kaya,“, wenn die Anzeige eine Person nennt.
- Text: drei oder vier kurze Absätze.
- Gruß: „Mit freundlichen Grüßen“, darunter die Unterschrift und dein getippter Name.
- Anlagen: was beiliegt, zum Beispiel „Anlagen: Lebenslauf, Arbeitszeugnisse“.
Als Seitenränder gelten rund 25 mm links und mindestens 20 mm rechts. In einem PDF ist eine eingescannte Unterschrift üblich. In der Schweiz heißt das Anschreiben oft Motivationsschreiben.
Einleitung: zeige, dass du diese Stelle meinst
Die Einleitung entscheidet, ob weitergelesen wird. Beginne nicht mit „hiermit bewerbe ich mich“, das steht schon im Betreff. Beginne mit dem, was die Stelle oder die Firma besonders macht, und verbinde es mit deiner Erfahrung.
Schwach: „Mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige gelesen.“
Stärker: „Ihre Plattform plant täglich Tausende Fahrten in Echtzeit. Genau an solchen Systemen arbeite ich seit sieben Jahren.“
Der Bezug muss echt sein. Er kann aus der Anzeige kommen, von der Webseite, aus einer Pressemeldung oder aus einem Gespräch mit jemandem aus dem Team. Ein Satz reicht.
Hauptteil: ein bis zwei Belege, keine Wiederholung
Der Hauptteil beantwortet zwei Fragen: Was verlangt die Stelle, und welche deiner Erfahrungen passt dazu? Suche dir aus der Anzeige drei bis fünf Anforderungen heraus und belege die wichtigsten ein bis zwei mit einem konkreten Ergebnis.
Beispiel: „Sie suchen jemanden, der Störungen von der ersten Warnung bis zur Nachbesprechung verantwortet. Bei meinem aktuellen Arbeitgeber habe ich den Bereitschaftsdienst für sechs Teams eingeführt, die Zahl der Störungen ging in zwei Quartalen deutlich zurück.“
Wiederhole nicht den Lebenslauf. Das Anschreiben ergänzt ihn: Es erklärt, warum eine Station für diese Stelle zählt, und lässt den Rest weg. Wenn dir eine Zahl fehlt, beschreibe das Ergebnis in Worten, statt eine Zahl zu erfinden.
Schluss: Starttermin und nächster Schritt
Der letzte Absatz nennt den frühesten Starttermin oder deine Kündigungsfrist und bittet um ein Gespräch. Eine Gehaltsvorstellung gehört nur hinein, wenn die Anzeige danach fragt; dann nennst du eine Spanne als Jahresbrutto. Mehr dazu im Ratgeber zur Gehaltsverhandlung.
Beispiel: „Ich kann zum 1. Januar starten und freue mich auf ein Gespräch, in dem ich Ihnen zeigen kann, wie ich Ihr Team unterstützen würde.“
Vermeide Formulierungen wie „leider“, „eventuell“ oder „falls Sie Interesse haben“. Sie nehmen dem Schluss die Kraft.
Drei Situationen, drei Einstiege
- Berufseinstieg: Praktikum, Werkstudentenjob und Studienprojekt zählen, wenn sie zur Stelle passen. Nenne Aufgabe, Umfang und Ergebnis, und sage, auf welche Rolle du dich bewirbst.
- Quereinstieg: Übersetze deinen bisherigen Beruf in eine Fähigkeit, die die neue Stelle braucht, und belege sie mit einer konkreten Aufgabe.
- Wechsel mit Erfahrung: Begründe den Wechsel als Richtung, nicht als Flucht. Eine aktuelle Zahl zeigt, dass deine bisherige Arbeit trägt.
Auf der Seite Anschreiben erstellen findest du zu jeder dieser Situationen einen Beispielabsatz.
Häufige Fehler
- Ein Anschreiben für alle Stellen: Personaler erkennen Textbausteine sofort. Die Einleitung muss zu dieser Firma und dieser Stelle gehören.
- Zu lang: Mehr als eine Seite liest kaum jemand im ersten Durchgang.
- Floskeln: „Teamfähig, flexibel und belastbar“ ohne Beleg sagt nichts.
- Falscher Name: Prüfe Ansprechperson, Firmenname und Kennziffer, bevor du abschickst.
- Fehler in Rechtschreibung und Formatierung: Lies das Anschreiben laut, und exportiere es als PDF.
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Häufige Fragen
Wie lang sollte ein Anschreiben sein?
In der Regel eine Seite mit drei oder vier kurzen Absätzen. Lieber ein Gedanke pro Absatz als alles in einem Block. Was im Lebenslauf steht, musst du nicht wiederholen.
Was schreibe ich in den Betreff?
Die Stelle, auf die du dich bewirbst, und die Kennziffer aus der Anzeige, wenn es eine gibt. Das Wort „Betreff“ schreibst du nicht aus. Die Betreffzeile steht fett über der Anrede.
Wie spreche ich jemanden an, wenn die Anzeige keine Person nennt?
Frag nach, wenn es geht: Ein Anruf oder eine kurze E-Mail an die Personalabteilung klärt den Namen. Gelingt das nicht, schreibst du „Sehr geehrte Damen und Herren,“.
Brauche ich ein Anschreiben, wenn die Anzeige keins verlangt?
Ein kurzes Anschreiben schadet nie und ist die Chance, deine Motivation zu zeigen. Verlangt ein Portal ausdrücklich keins, folge den Vorgaben des Portals.