Ratgeber
Bewerbungsfoto: Ja oder nein? Tipps für Lebenslauf und Bewerbung
Brauche ich ein Bewerbungsfoto? Was in Deutschland gilt, wann ein Foto sinnvoll ist, worauf du beim Bild achtest und wie du ohne Foto bewirbst.
Kaum eine Frage zur Bewerbung in Deutschland, Österreich und der Schweiz taucht so oft auf wie die nach dem Foto. Die kurze Antwort: Du musst keins mitschicken, und viele Bewerberinnen und Bewerber tun es trotzdem. Dieser Ratgeber hilft dir bei der Entscheidung und zeigt, wie ein gutes Bewerbungsfoto aussieht.
Kurz gesagt: Das Foto ist freiwillig. Wenn du eins nutzt, dann ein aktuelles, professionelles Porträt mit neutralem Hintergrund, oben rechts im Lebenslauf. Wenn nicht, bleibt der Lebenslauf trotzdem vollständig und ordentlich.
Was in Deutschland gilt
Ein Bewerbungsfoto ist keine Pflicht. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) soll verhindern, dass Menschen wegen persönlicher Merkmale benachteiligt werden; ein fehlendes Foto darf dir deshalb nicht schaden. Üblich ist es, besonders bei klassischen Arbeitgebern, trotzdem noch. In internationalen Teams, bei Startups und in Online-Formularen lassen viele Bewerbende es weg, und manche Unternehmen bitten ausdrücklich um Bewerbungen ohne Foto.
Das gilt weitgehend auch in Österreich und der Schweiz. Dort ist das Foto im Lebenslauf noch verbreiteter, aber ebenfalls freiwillig.
Ja oder nein? Eine Entscheidungshilfe
Für ein Foto spricht:
- Die Branche ist traditionell oder kundennah, und du bewirbst dich bei einem klassischen Arbeitgeber.
- Du bewirbst dich per Post oder per E-Mail mit einer vollständigen Bewerbungsmappe.
- Du hast ein gutes, aktuelles Bild und fühlst dich damit wohl.
Gegen ein Foto spricht:
- Das Unternehmen bittet um anonymisierte Bewerbungen oder um Bewerbungen ohne Foto.
- Du bewirbst dich über ein Online-Formular, das kein Foto vorsieht.
- Du hast kein aktuelles, gutes Bild. Ein schlechtes Foto schadet mehr, als kein Foto je schaden würde.
Du entscheidest für jede Bewerbung neu. Mit FlowResume blendest du das Foto in jeder Vorlage mit einem Klick ein oder aus, ohne dass sich der Rest des Lebenslaufs verschiebt.
So sieht ein gutes Bewerbungsfoto aus
- Ausschnitt: Brustbild oder Schulterbild, Gesicht gut erkennbar, Kopf nicht abgeschnitten.
- Hintergrund: ruhig und neutral, hell oder dezent, ohne Muster und ohne Menschen.
- Blick und Ausdruck: freundlich, in die Kamera, natürlich. Ein leichtes Lächeln wirkt offen.
- Kleidung: passend zur Branche. Im Zweifel eine Stufe formeller als der Arbeitsalltag im Unternehmen.
- Licht: gleichmäßig, ohne harte Schatten, am besten Tageslicht oder Studiolicht.
- Qualität: scharf, ausreichend hohe Auflösung, nicht stark bearbeitet oder gefiltert.
- Aktualität: so aktuell, dass dich jemand im Vorstellungsgespräch wiedererkennt.
Ein Profi-Fotograf liefert das zuverlässigste Ergebnis. Wenn du das Bild selbst machst, stell die Kamera auf Augenhöhe, nutze Tageslicht und bitte eine zweite Person, abzudrücken.
Wo das Foto steht
Im Lebenslauf sitzt das Foto üblicherweise oben rechts neben deinen Kontaktdaten, ungefähr in Passbildgröße im Hochformat. Auf einem Deckblatt steht es größer. Im Anschreiben hat das Foto nichts zu suchen. Wichtig ist, dass die Datei klein genug bleibt: Das Bild sollte nicht mehr als wenige hundert Kilobyte ausmachen, damit die gesamte Bewerbung per E-Mail durchgeht.
Ohne Foto bewerben
Ohne Foto fehlt dir nichts Wesentliches. Lass die Fläche nicht leer, sondern nutze das Layout einer Vorlage ohne Foto: Die Kontaktdaten stehen dann oben, und der Lebenslauf bleibt einheitlich. Wichtig sind dann Inhalte, Struktur und eine saubere Gestaltung. Wie das aussieht, zeigt der Ratgeber zum tabellarischen Lebenslauf.
Datenschutz
Ein Foto ist ein personenbezogenes Datum. Schick es nur an Unternehmen, bei denen du dich wirklich bewirbst, und nutze keine Dienste, die dein Bild ohne deine Einwilligung verwenden. Bei FlowResume liegen deine Daten in der EU, und du kannst sie jederzeit exportieren oder löschen. Wenn du aus Selfies ein professionelles Bewerbungsfoto erstellen lässt, ist das eine optionale Funktion, die deine ausdrückliche Einwilligung braucht.
Häufige Fehler
- Urlaubsfotos, Selfies, Gruppenbilder oder Bilder mit Sonnenbrille.
- Ein stark gefiltertes oder bearbeitetes Bild.
- Ein Foto, das zehn Jahre alt ist.
- Ein Foto in einem Lebenslauf, der sonst nicht zur Stelle passt: Das Bild rettet keinen schwachen Inhalt.
Nächste Schritte
Wähle eine Lebenslauf-Vorlage, probiere sie mit und ohne Foto aus und entscheide dann. Mehr zu Aufbau und Reihenfolge der Bewerbungsmappe findest du auf der Seite Lebenslauf erstellen.
Häufige Fragen
Muss ich ein Foto in die Bewerbung legen?
Nein. Das Foto ist freiwillig. Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) darf dir ein fehlendes Bild nicht schaden. Üblich ist es in Deutschland, Österreich und der Schweiz trotzdem noch.
Wo steht das Foto im Lebenslauf?
Üblich ist die rechte obere Ecke neben deinen Kontaktdaten, in etwa Passbildgröße. Auf dem Deckblatt steht es größer in der Mitte oder oben.
Darf ich ein Selfie oder ein Urlaubsbild nehmen?
Nimm besser ein aktuelles, professionelles Porträt: Brustbild, neutraler Hintergrund, freundlicher Blick, Kleidung passend zur Branche. Selfies und Urlaubsfotos wirken in einer Bewerbung selten professionell.
Wie alt darf das Foto sein?
So aktuell, dass dich jemand im Vorstellungsgespräch wiedererkennt. Als Faustregel gilt: nicht älter als ein bis zwei Jahre, oder neu, wenn sich dein Aussehen deutlich verändert hat.